Schloss Schwarzenbach
Abbruch 1956
Wo heute Wohnhäuser stehen, erhob sich einst eines der eindrücklichsten Bauwerke am Zürichsee: die Villa Schwarzenbach, im Dorf lange schlicht „Schloss Schwarzenbach“ genannt. Ende des 19. Jahrhunderts liess der Seidenindustrielle Robert Schwarzenbach das prächtige Gebäude errichten – mit Türmen, Terrassen und einer weitläufigen Parkanlage mit Brunnen, Teichen und exotischen Bäumen.

Sammlung: Ortsmuseum Rüschlikon

Sammlung: Ortsmuseum Rüschlikon

Sammlung: Ortsmuseum Rüschlikon
Die Villa war nicht nur Wohnsitz, sondern Ausdruck von Wohlstand, Weltläufigkeit und Gestaltungswillen. Der Garten, von namhaften Gartenarchitekten entworfen, galt als eines der schönsten privaten Parkensembles der Region. Von hier reichte der Blick weit über den Zürichsee bis zu den Alpen.
Nach dem Tod des letzten privaten Besitzers aus der Familie Schwarzenbach ging die Liegenschaft in den Familiennachlass über. Die Erben entschieden sich gegen den Erhalt des grossen Anwesens. 1956 wurde die Villa abgebrochen, das Parkgelände parzelliert und neu überbaut. Der Entscheid erfolgte nicht aus baulichen Gründen, sondern aus ökonomischen und planerischen Überlegungen, wie sie in den 1950er-Jahren vielerorts üblich waren – Denkmalpflege spielte damals eine untergeordnete Rolle.
Erhalten geblieben sind Fotografien, Pläne und Erinnerungen. Schloss Schwarzenbach steht heute sinnbildlich für den Wandel Rüschlikons und für die Frage, was bewahrt wird und was verschwindet.

Sammlung: Ortsmuseum Rüschlikon