Keramik aus dem Alltag
Fayence und Inschriften aus dem 19. Jahrhundert
Bartschüssel aus Rüschlikon
Diese Bartschüssel aus Fayence diente im 19. Jahrhundert der täglichen Rasur – lange bevor Badezimmer und fliessendes Wasser selbstverständlich waren. Die halbmondförmige Aussparung ermöglichte es, die Schüssel direkt an den Hals anzulegen, um Wasser, Seife und Bartstoppeln aufzufangen. Rasiert wurde meist im Wohnraum oder in der Küche. Da Bartschüsseln stark beansprucht wurden und oft zerbrachen, sind erhaltene Exemplare aus lokaler Produktion heute selten.
Inschriften in Kurrentschrift
Viele Keramikgefässe aus dem 19. Jahrhundert tragen Sprüche, Lebensweisheiten oder persönliche Widmungen. Sie wurden häufig in deutscher Kurrentschrift geschrieben – einer historischen Schreibschrift, die vom 16. bis ins frühe 20. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum verbreitet war.
Die Inschriften auf Tellern und Schalen handeln von Liebe, Freundschaft, Tugend oder Vergänglichkeit. Solche Sprüche schmückten Alltagsgeschirr und vermittelten zugleich moralische Botschaften, Humor oder persönliche Gefühle. Sie geben einen lebendigen Einblick in die Gedankenwelt und Sprache vergangener Generationen.